Ablenkungen im Griff: So schaffst du dir die perfekte Arbeitsumgebung (Teil 2)
Wie schaffst du dir die perfekte Arbeitsumgebung?
Im ersten Teil unserer Serie ging es um Techniken gegen digitale Ablenkungen wie E-Mails, Nachrichten und Anrufe sowie um den Umgang mit ablenkenden Personen und ungebetenen Besuchern.
In diesem Beitrag lernst du bewährte Methoden kennen, mit denen du dir ein ideales Arbeitsumfeld schaffst, selbst wenn deine tatsächlichen Bedingungen alles andere als perfekt sind.
Die gute Nachricht vorweg: Du musst keine Wände einreißen und keine Möbel entsorgen, um dir einen idealen Ort zum Denken, Planen und Arbeiten einzurichten. Denk daran: Ablenkungen wirken auf deinen Geist, während du arbeitest. Es ist also dein Kopf, den wir vor ständigen Unterbrechungen schützen müssen.
Sprich häufige Unterbrechungen direkt an
Wenn dich etwas oder jemand ständig unterbricht, geh das Problem an der Quelle an. Ist die Quelle ein Mensch, sprich die Person freundlich, aber klar darauf an.
In den allermeisten Fällen ist den notorischen Unterbrechern gar nicht bewusst, dass sie anderen Probleme bereiten. Gesprächige, extrovertierte Menschen lieben den Austausch und haben selbst nichts gegen Unterbrechungen, so funktioniert ihr Kopf nun einmal. Was für sie gut funktioniert, muss für dich noch lange nicht passen. Deshalb: Sag etwas.
Kontrolliere den Lärm
An leise Hintergrundgeräusche kann man sich gewöhnen, bis sie gar nicht mehr ablenken. Wenn dich ein bestimmtes Geräusch aber regelmäßig nervt und immer wieder aus der Konzentration reißt, musst du aktiv werden. Drei Wege führen zum Ziel:
Ohrstöpsel und Kopfhörer. Ohrstöpsel sind überall erhältlich und reduzieren den Geräuschpegel bei richtigem Sitz fast auf null. Dasselbe gilt für Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung. Auch Kapselgehörschutz, wie er auf Baustellen oder Schießständen verwendet wird, blockt Umgebungslärm zuverlässig ab.
Weißes Rauschen. Dieses gleichmäßige, unaufdringliche Dauergeräusch neutralisiert die ablenkende Wirkung anderer Geräuschquellen in deiner Umgebung. Entsprechende Sound-Dateien und Playlists findest du überall im Netz. Lass sie in Dauerschleife laufen, und deine Ohren müssen sich nicht mehr mit dem störenden Lärm im Hintergrund herumschlagen.
Ortswechsel. Manchmal reichen weißes Rauschen und Kopfhörer nicht aus. Wenn du an dem Punkt bist, an dem du verzweifelt nach Ruhe suchst, hilft nur noch eins: Pack deine Sachen und wechsle den Ort.
Übertreibe es nicht mit den Pausen
Regelmäßige Pausen halten deinen Kopf frisch und arbeitswillig. Aber wer zu viele Pausen einlegt, verbringt am Ende mehr Zeit mit Entspannen als mit Arbeiten, und das passiert schneller, als man denkt.
Der Trick: Plane deine Pausen nach Meilensteinen statt nach Uhrzeit. Das klingt kompliziert, ist aber ganz einfach. Setz dir zu Beginn der Arbeit ein paar Zwischenziele, und immer wenn du eines abgehakt hast, gönnst du dir eine Pause. Wichtig ist, dass du der Route folgst, die du dir mit den Meilensteinen vorgezeichnet hast. So bleibst du auf Kurs und wirst planmäßig fertig.
Wenn du mehr als 70 Prozent der Tagesaufgabe geschafft hast, kannst du dir zunehmend längere Pausen erlauben. Oder du bleibst bei kurzen Pausen und genießt nach getaner Arbeit eine richtig lange Auszeit. So oder so bleibt dein Stresslevel im grünen Bereich, weil du immer genug Zeit zur Erholung hast.
Passe deinen Zeitplan an
Das ist der größte Eingriff in dein Zeitmanagement, denn hier veränderst du deinen tatsächlichen Tagesablauf, um Ablenkungen zu bestimmten Tageszeiten komplett auszuweichen.
Wenn du arbeiten kannst, während alle anderen noch schlafen, oder zu Zeiten, in denen dich niemand mehr unterbricht, ist das ein gewaltiger Schritt hin zu einem produktiveren Arbeitsrhythmus.
Bleib gelassen, wenn es doch passiert
Egal wie sehr wir uns anstrengen: Ablenkungen kommen und gehen. Wichtig ist, dass du dir von kleinen Störungen nicht das ganze Vorhaben verderben lässt.
Wenn jemand auf einen Plausch vorbeischaut, nutze die Zeit, um deinen Kopf neu zu sortieren und dir kurz zu vergegenwärtigen, was du eigentlich erledigen willst. Die Pause stand zwar nicht im Plan, aber indem du die Ablenkung in etwas Positives verwandelst, raubt dir die Unterbrechung keinen Nerv mehr.
Falls du den Anfang der Serie verpasst hast: Zurück zu Teil 1