Organisiert und stressfrei, Teil 1: Wie viel Chaos steckt in deinem Leben?
Wie wäre es, wenn du das Chaos ein für alle Mal in den Griff bekommst und dauerhaft organisiert bleibst? Unordnung bedeutet per Definition einen Zustand, in dem nichts mehr an seinem Platz ist.
Wer unorganisiert lebt, verbringt oft doppelt oder dreimal so viel Zeit damit, Dinge zu suchen, die eigentlich leicht zu finden sein sollten. Dazu kommt das wiederkehrende Gefühl, von der wachsenden Menge an Kram regelrecht erdrückt zu werden.
Erwachsene und Kinder haben dabei unterschiedliche Toleranzschwellen. Kleine Kinder nehmen Unordnung oft gar nicht wahr, solange kein Erwachsener sie darauf hinweist, das liegt schlicht an ihrem Alter und ihrer kognitiven Entwicklung. Manche Erwachsene, die in dauerhaftem Chaos leben, behaupten, die Unordnung störe sie überhaupt nicht. Doch abgesehen von echten Krankheitsbildern wie zwanghaftem Horten gilt: Unordnung ist ein massiver Stressfaktor, der einer ganzen Familie erheblich zusetzen kann.
Der Selbsttest: Wie organisiert bist du?
Nicht jeder ist ein Organisationstalent, aber manche brauchen mehr Unterstützung als andere. Bewerte die folgenden zehn Aussagen jeweils mit 0 bis 3 Punkten: 0 bedeutet „nein, das bin ich nicht”, 3 bedeutet „ja, das bin genau ich”. Mit 1 und 2 deckst du den Bereich dazwischen ab („trifft manchmal zu”).
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Du findest zu Hause nur schwer etwas wieder, weil du so viele Dinge besitzt und sie so chaotisch verstaut sind.
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Wenn du eine Schublade öffnest, brauchst du wegen des Durcheinanders mehr als zehn Minuten, um das Gesuchte zu finden.
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Pünktlich oder gar zu früh zu Terminen zu erscheinen fällt dir schwer.
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Aufschieben ist dein zweiter Vorname.
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Rechnungen zu bezahlen läuft bei dir monatlich nach dem Motto: „Wie viele Wochen habe ich noch, bevor die erste Mahnung kommt?”
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Familie, Freunde oder Kollegen sprechen dich auf dein Chaos zu Hause oder am Arbeitsplatz an. Du fühlst dich dann meist schlecht, hältst die Lage aber für hoffnungslos oder den Aufwand nicht für lohnenswert.
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Die Unordnung zu Hause stresst dich chronisch, und du wünschst dir, sie würde einfach verschwinden.
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Du kaufst manche Dinge doppelt oder dreifach, damit du nicht nach den verlegten Exemplaren suchen musst.
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Listen nutzt du normalerweise nicht, weil du glaubst, dass sie nichts bringen.
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Du denkst oft, das Aufräumen würde viel zu lange dauern, also lässt du das Chaos einfach liegen.
Die Auswertung
Ein gewisses Maß an Unordnung hat jeder Mensch. Wenn die Unordnung aber bereits chronischen Stress verursacht, musst du handeln, und zwar bald. Hast du mehr als drei Aussagen mit einer 3 bewertet? Dann ist es Zeit, dein Chaos-Problem ernsthaft anzugehen. Genau dabei hilft dir diese Serie.
Der erste Schritt: Erkenne deine Ausreden
Um dem Chaos beizukommen, musst du zuerst verstehen, warum du dazu neigst, an zu vielen Dingen festzuhalten. Hier sind die häufigsten Ausreden, mit denen Menschen ihr vollgestopftes Leben rechtfertigen:
- „Was, wenn ich das eines Tages plötzlich brauche?”
- „Das hat mir meine Mutter geschenkt, als ich fünf war.”
- „Irgendjemand zahlt dafür bestimmt noch gutes Geld.”
- „Irgendwann finde ich sicher etwas Passendes dazu.”
- „Im Moment ist es kaputt, aber eines Tages lasse ich es reparieren, dann läuft es wieder perfekt.”
- „Wenn ich genug abnehme, sieht das wieder richtig gut an mir aus.”
- „Bestimmt will eines meiner Kinder das in 20 Jahren an die Enkel weitergeben.”
- „Wegwerfen wäre viel zu schade, das war ein Schnäppchen.”
- „Eines Tages ist das ein Sammlerstück, dann habe ich einen echten Schatz zu Hause.”
- „Irgendwann habe ich wieder Zeit zum Lesen, und dann soll das Buch bereitliegen.”
Wenn du bei jedem Aufräumversuch zu diesen Ausreden greifst, machst du dir das Leben nur schwerer, denn du erlaubst der Unordnung damit, einfach weiterzuwachsen.
Du musst aufhören, deine alten Gewohnheiten schönzureden, wenn du beim Organisieren echte Fortschritte machen willst. Wer sich heute erlaubt, an uralten, funktionslosen Dingen festzuhalten, kann sich selbst keine aufgeräumte Zukunft garantieren.
Weiter zu Teil 2, dort erfährst du, wie Chaos konkret Stress erzeugt und wie du dich zum Aufräumen motivierst.