Organisation

Organisiert und stressfrei, Teil 3: Die goldenen Regeln des Entrümpelns

Was sind die besten Methoden, um endlich Ordnung zu schaffen? Das erste große Aufräumen kann unglaublich aufregend sein, oder unglaublich frustrierend. Vor dir türmt sich ein Berg von Aufgaben, aber am Horizont wartet eine verlockende Belohnung: endlich in Räumen zu leben und zu arbeiten, in denen wenig oder gar kein Chaos herrscht.

Hier kommen die wichtigsten Organisationstipps aus der Praxis, damit du dein Chaos-Problem zu Hause oder im Büro gezielt angehen kannst.

1. Erstelle eine detaillierte Chaos-Landkarte

Das mag zunächst ernüchternd klingen, ist aber der wichtigste Baustein deines Plans gegen die Unordnung und den chronischen Stress, den sie verursacht. Erstelle eine detaillierte Übersicht aller Bereiche, die du organisieren und aufräumen willst, damit dich die schiere Menge an Aufgaben nicht überwältigt.

Viele Menschen geben nämlich genau deshalb auf: Sie sehen das gesamte Chaos als einen monolithischen, unverrückbaren Berg. Und ja, physische Unordnung kann epische Ausmaße annehmen. Aber der einzige realistische Weg, sie zu bewältigen, ist eine Serie von einzelnen Aufräumaktionen.

Ordnung schaffen ist kein Projekt für eine Nacht. Wer schon einmal Dokumentationen über extrem vermüllte Wohnungen gesehen hat, ahnt, wie viel Arbeit wirklich dahintersteckt: Selbst ein Dutzend Helfer braucht mehrere Tage ununterbrochenen Räumens, um zwei große Zimmer eines normalen Hauses zu entrümpeln.

Diese Fakten sollen dich nicht entmutigen, im Gegenteil: Sie sollen dich motivieren, so früh wie möglich anzufangen, wenn du schnell Ergebnisse sehen willst. Setze dir beim Erstellen deiner Chaos-Landkarte konkrete Ziele und Etappen. So hast du jederzeit einen klaren Beweis, dass du vorankommst.

2. Fang sofort an

Sofort anzufangen klingt verrückt, aber es gibt keinen besseren Zeitpunkt zum Ordnungschaffen als genau jetzt. Steh vom Stuhl oder Bett auf und beginne mit dem Kram, der dir am nächsten liegt. Du hast noch keine Chaos-Landkarte? Kein Problem, die kannst du erstellen, nachdem du ein paar Minuten aufgeräumt hast.

Es spielt keine Rolle, ob du erstmal nur einen Tisch oder einen Schrank schaffst. Entscheidend ist, dass du tatsächlich angefangen hast, und dass du den Unterschied sofort siehst, sobald du die ersten Schritte machst.

3. Nimm das Chaos ernst

Eine der größten Hürden beim Umgang mit Stressproblemen ist, ein neues Thema überhaupt ernst zu nehmen. Viele Menschen halten Stressmanagement für eine Modeerscheinung oder schlimmer, für einen Witz, als würden nicht Millionen Menschen unter chronischem, schädlichem Stress leiden.

Wenn du ähnlich über das Thema Ordnung denkst, sei gewarnt: Ohne Ernsthaftigkeit wirst du dein Chaos nicht los. Überraschenderweise ist die beste Haltung, um mit dem Entrümpeln zu starten, gesunde Wut auf die Unordnung in deinen Wohn- und Arbeitsräumen.

Betrachte das Chaos als Gegner, oder zumindest als Gast, der seinen Empfang längst überzogen hat. Dann nimmst du es automatisch ernst und erlaubst dir keine weiteren Ausreden mehr, nicht aufzuräumen.

4. Hab keine Angst vor dem tiefen Chaos

Entrümpeln kann frustrierend und beklemmend werden, sobald du das wahre Ausmaß der Unordnung erkennst. Nenn es ruhig „Kampf aus dem Schützengraben”: Ordnung zu schaffen und zu halten ist ein Gefecht gegen das Chaos von heute und das von morgen. Diese Tipps halten dich stark, auch wenn du das Gefühl hast, mittendrin zu versinken:

  • Fällt dir für einen Gegenstand kein sinnvoller Verwendungszweck ein, hast du drei Optionen: wegwerfen, verkaufen oder spenden.

  • Die meisten Menschen bilden beim Entrümpeln zwei Stapel: „behalten” und „wegwerfen”. Geh deinen Behalten-Stapel mehrmals durch und sortiere weiter aus. So stellst du sicher, dass du nicht doch an nutzlosem Zeug festhältst.

  • Hast du dich entschieden, etwas wegzuwerfen, dann vergiss es und geh weiter. Wer seinen Wegwerf-Stapel immer wieder durchwühlt, laugt sich emotional und körperlich nur aus.

  • Baue dir ein kleines Unterstützungsnetzwerk auf, damit du jemanden anrufen kannst, wenn es zu intensiv oder zu schwierig wird.

  • Kannst du etwas nicht wegwerfen, weil du es „vielleicht irgendwann” brauchst? Dann pack es in eine Kiste und schreibe das Datum darauf, das genau drei Monate in der Zukunft liegt. Hast du den Gegenstand nach drei Monaten kein einziges Mal angerührt, weg damit!

Damit ist die Serie komplett. Falls du die Grundlagen nachlesen willst: Hier geht es zurück zu Teil 1: Wie viel Chaos steckt in deinem Leben?