Organisation

Ablenkungen im Griff: Schluss mit ständigen Unterbrechungen (Teil 1)

Wie holst du dir dein Leben von den täglichen Ablenkungen zurück, die dich von einem stressfreien Alltag abhalten?

Eine Ablenkung ist per Definition etwas, das dich daran hindert, einer Sache deine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Es gibt aber noch eine zweite Bedeutung, die für unser Thema Stress besonders spannend ist: Ablenkung als starke Unruhe des Geistes und der Gefühle. Beides hängt enger zusammen, als man denkt.

Woher kommen Ablenkungen eigentlich?

Ablenkungen sind meist Dinge in unserer Umgebung, die immer wieder unsere Aufmerksamkeit einfangen, selbst wenn sie mit unserer aktuellen Tätigkeit rein gar nichts zu tun haben.

Manchmal sind wir selbst schuld: Du checkst Social Media, sobald dir bei der Arbeit langweilig wird. Du öffnest dein Postfach, obwohl du es gerade erst vor ein paar Minuten getan hast.

Manchmal kommen die Ablenkungen von anderen Menschen, die schlicht nicht auf dem Schirm haben, dass du eigene Aufgaben und Verpflichtungen zu erledigen hast. Und manchmal verplempern andere deine Zeit mit Belanglosigkeiten, einfach weil du gerade verfügbar warst. Aus einem kurzen Gespräch wird schnell eine ausgewachsene Ablenkung, die dich von der Arbeit abhält, zu Verzögerungen führt und den Stresspegel in ungesunde Höhen treibt.

Digitale Ablenkungen: E-Mails, Messenger und Co. bändigen

Wir leben mitten im digitalen Zeitalter, und zwar ziemlich tief drin. Neben E-Mails prasseln Anrufe, Videocalls, Chat-Nachrichten, SMS und Push-Benachrichtigungen auf uns ein. Die Liste wird jedes Jahr länger.

Du kannst so vernetzt sein, wie du möchtest, aber der Preis dafür ist, dass du alle aktiven Kommunikationskanäle bedienen musst. Anfangs mag es reizvoll wirken, auf so vielen Wegen mit Familie, Freunden und Kollegen in Kontakt zu stehen. Der Reiz verfliegt allerdings schnell, wenn du mitten in einem harten Arbeitstag steckst und dein Smartphone alle fünf bis zehn Minuten aufleuchtet. So bekommst du diese Art von Ablenkung in den Griff:

Checke und antworte gebündelt. Schau nicht bei jeder E-Mail und jeder Nachricht sofort aufs Display, vor allem nicht, wenn du etwas Dringendes fertigstellen musst. Nimm zur Kenntnis, dass etwas reingekommen ist, und arbeite alles später in einem Rutsch ab. Wer jede Nachricht einzeln beim Eintreffen liest, verliert immer wieder den wertvollen Arbeitsfluss, den er sich gerade aufgebaut hat.

Schalte Push-Benachrichtigungen aus. Moderne Geräte sind extrem effizient darin, dich über jede neue Nachricht zu informieren. Diese Effizienz hat nur leider nichts mit der Produktivität zu tun, die du für kritische, zeitkritische Aufgaben brauchst. Stell dein Handy oder deinen Rechner auf lautlos und konzentriere dich auf deine Aufgabe. Die Nachrichten laufen dir nicht weg.

Antworte kurz und knapp. Greif nur zum Hörer, wenn es wirklich nötig ist, denn ein Anruf kostet fast immer mehr Zeit als eine kurze Nachricht. Für die Familie gilt diese Regel natürlich nicht: Wenn etwas Wichtiges oder Dringendes ansteht, ruf deine Liebsten sofort an.

Wenn Menschen zur Ablenkung werden: Besucher freundlich abwehren

Es gibt Zeiten, in denen Besuch schlicht ungelegen kommt, weil der Berg an Aufgaben zu groß ist. Besucher sind in solchen Momenten Ablenkungen, so hart das klingt. Wenn du dir kein Trödeln mehr leisten kannst, musst du steuern, wie viel Zeit du anderen gibst. Diese drei Strategien helfen dir dabei:

Sag es offen. Das ist die wirksamste Methode, um einen Besucher freundlich zu verabschieden. Erkläre einfach, dass du gerade nicht verfügbar bist, weil du etwas Dringendes und Wichtiges abschließen musst, und dass du dich danach von selbst meldest. Aber Vorsicht: Sag das nicht zu jedem, sonst sitzt du am Ende des Tages auf einem Berg von „Ich melde mich später”-Versprechen.

Wechsle den Ort. Wenn du zu Hause arbeitest, meide die stark frequentierten Bereiche der Wohnung. Man könnte das „Verstecken” nennen: Du nimmst dich aus dem Sichtfeld der anderen. Aus den Augen, aus dem Sinn. Ein anderer Arbeitsplatz verschafft dir oft eine wertvolle Verschnaufpause von Ablenkungen.

Mach dich unverfügbar. Wenn du zulässt, dass Menschen dich ablenken, werden sie es tun, einfach weil sie es können. Steht ein freier Stuhl neben deinem Schreibtisch? Leg etwas darauf, damit sich niemand für einen „kurzen Plausch” niederlässt. Setz Kopfhörer auf, das signalisiert unmissverständlich: Hier wird gerade konzentriert gearbeitet.

Im zweiten Teil zeigen wir dir, wie du dir eine Arbeitsumgebung schaffst, in der Ablenkungen gar nicht erst eine Chance haben. Weiter zu Teil 2