Stressmanagement meistern, Teil 2: Deine persönliche Anti-Stress-Strategie
Wie stellst du sicher, dass du chronischen Stress wirklich dauerhaft in den Griff bekommst? Im ersten Teil dieser Serie ging es um drei wichtige Grundlagen.
Erstens: Mach dich mit den konkreten Stressoren vertraut, die dich Tag für Tag unter Strom setzen, am besten mit einem regelmäßig geführten Stresstagebuch. Zweitens: Identifiziere die negativen Glaubenssätze und Werte, die dich möglicherweise davon abhalten, deinen Stress erfolgreich zu bewältigen. Das gelingt durch konsequente Selbstanalyse. Drittens: Akzeptiere, dass sich nicht alles an einem Tag oder in einer Woche erledigen lässt. Stressmanagement ist ein Prozess, der dich langfristig zu besseren Überzeugungen, Verhaltensweisen und Denkmustern führt.
Heute geht es um vier weitere Leitlinien, mit denen du dein Stressmanagement auf das nächste Level hebst.
1. Probiere eine Technik oder alle
Es gibt keine „perfekte Formel” gegen Stress. Für manche Menschen wirkt eine kräftige Massage Wunder, sie fühlen sich danach entspannt und rundum wohl. Für andere bringt genau dieselbe Methode wenig. Was bei deiner besten Freundin funktioniert, kann bei dir wirkungslos verpuffen, und umgekehrt.
Genau deshalb ist es so wichtig, verschiedene Methoden des Stressmanagements auszuprobieren. Beschränke dich nicht auf ein oder zwei Techniken. Wenn etwas bei dir nicht funktioniert, heißt das nicht, dass du unfähig bist, deinen Stress zu bewältigen. Es heißt nur, dass du die richtige Kombination von Techniken noch nicht gefunden hast, die dich zu deinem gewünschten Maß an Entspannung und Zufriedenheit bringt.
2. Stelle deine Anti-Stress-Armee zusammen
Stressbewältigung ist im Grunde ein Feldzug gegen schlechte Gewohnheiten und eine ganze Horde von Stressoren. Und was brauchst du, um eine Schlacht zu gewinnen? Deine persönliche Anti-Stress-Armee.
Diese Armee besteht aus verschiedenen Entspannungstechniken und Verhaltensänderungen, die du nach und nach lernst, während du an deinem Stressmanagement arbeitest. Wichtig dabei: Die Techniken müssen zu deinem Alltag und deiner Lebensweise passen. Eine Methode, die nicht in dein Leben passt, wird nicht funktionieren, so gut sie in der Theorie auch klingt. Lerne, Techniken anzupassen oder auszusortieren, wenn sie sich für dich nicht richtig anfühlen.
3. Übe, übe, übe
Stressmanagement ist eine Sammlung von Fähigkeiten, mit denen du Stress wirksam bekämpfst, bevor er dich dauerhaft krank macht. Und wie bei jeder Fähigkeit gilt: Wer sie wirklich beherrschen will, muss so lange üben, bis sie zur zweiten Natur wird.
Diese Regel klingt im Vergleich zu den anderen einfach, ist in der Praxis aber eine der schwersten. Warum? Weil alte Gewohnheiten zäh sind. Wer in Streitgesprächen jahrelang gewohnt war, den anderen zu übertönen, dem fällt es enorm schwer, plötzlich mehr zuzuhören.
Neben dem Erlernen neuer Fähigkeiten verlangt wirksames Stressmanagement auch, dass du deine Einstellungen und Verhaltensweisen gegenüber deinen Stressoren veränderst. Hier kommt wieder dein Stresstagebuch ins Spiel: Es ist weit mehr als eine Auflistung von Ärgernissen. Es ist ein einzigartiges Abbild davon, wie du in verschiedenen Situationen denkst und reagierst. Genau diese Einsicht brauchst du, um dich selbst besser kennenzulernen und dich neu zu erfinden, damit Stress dich nicht mehr so leicht aus der Bahn wirft.
4. Vergiss deine Me-Time nicht
Um deine Pläne gegen den Stress umzusetzen, brauchst du festen Raum dafür in deinem Tagesablauf. Viele gestresste Menschen haben das Gefühl, der Tag reiche hinten und vorne nicht für alles, was erledigt werden muss.
Doch der Satz „Ich wünschte, mein Tag hätte zwei Stunden mehr” ist eher ein Gedankenkonstrukt als Realität. Tatsächlich reichen 12 bis 18 wache Stunden für die allermeisten Aufgabenpakete völlig aus, inklusive Zeit zum Entspannen.
Wenn du dein Pensum in dieser Zeit nicht unterbringst, liegt das Problem meist nicht an der Zeit selbst, sondern am Zeitmanagement. Schau dir ehrlich an, wie viel Zeit du für deine verschiedenen Aktivitäten aufwendest, und versuche, mehr Balance in deinen Tag zu bringen.
Du bist neu in dieser Serie? Dann starte am besten mit Teil 1: So legst du das Fundament.